Wenig Trainerwechsel, erfolgreiche Neue

50 Prozent der Trainerwechsel der Saison 2019/20 finden in Sitten statt. Es gibt aber so wenige Wechsel, dass 50 Prozent für Sion normal sind: Vier Trainer begleiten die Walliser durch die Saison.

Fabio Celestini: abgesetzt in Lugano, Wunderheiler in Luzern (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Fabio Celestini: abgesetzt in Lugano, Wunderheiler in Luzern (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Drei von fünf Trainerwechseln der abgelaufenen Schweizer Fussballsaison liess also Sions Präsident Christian Constantin vornehmen. Er startete mit einem Neuen: mit Stéphane Henchoz, der vorher ein halbes Jahr bei Neuchâtel Xamax hervorragende Arbeit geleistet und die Neuenburger in der Liga gehalten hatte. Endlich schien es, als hätte Constantin einen Trainer gefunden, den er länger als zwölf Monate beschäftigen wird. Von den bis heute 45 Cheftrainern in Constantins zweiter Präsidialzeit (ab März 2003) hielten sich nur die Franzosen Didier Tholot und Laurent Roussey - beide in zwei verschiedenen Anstellungen - je etwas länger als ein Jahr.

Henchoz fand ab der 3. Runde den Tritt und reihte fünf Siege aneinander. Er schien die Kollegen Gerardo Seoane und Marcel Koller in Bern und Basel herausfordern zu können. Aber der Faden riss. Es folgten vier Niederlagen, ein Unentschieden und eine neuerliche Niederlage. Am 3. November ging Henchoz aus freien Stücken. Wie viel Geduld Constantin noch aufgebracht hätte, weiss man nicht. Unter dem öfter einspringenden Interimstrainer Christian Zermatten und - ab Januar - dem von Stade Nyonnais aus der Promotion League geholten Ricardo Dionisio ging es mit Sion nicht bergauf. Der vierte neue Besen, der italienische Rückkehrer Paolo Tramezzani, begann nach dem langen Unterbruch im Juni miserabel - mit einem Punkt aus fünf Spielen. Aber er arbeitete mit der Mannschaft gut und führte sie zu einer beachtlichen Serie: vier Siege, drei Remis und nur eine Niederlage (gegen YB) in den letzten acht Runden. Und er führte sie zum Ligaerhalt, obwohl der Rivale Thun in den letzten Runden ebenfalls fleissig punktete.

Zwei weitere Trainerwechsel zahlten sich für den jeweiligen Klub ebenfalls aus. Ende Oktober hatten Fabio Celestini mit seinen Luganesi in zwölf Runden nur zweimal gewonnen. Er musste aufhören und sich von Maurizio Jacobacci ersetzen lassen. Der Italo-Berner brachte den Erfolg sofort zurück ins Cornaredo. Siege stellten sich häufiger ein als Niederlagen, und schon beim Wiederbeginn der Meisterschaft im Juni hatten sich die Tessiner aus der Abstiegszone verabschiedet.

Fabio Celestini seinerseits wurde beim FC Luzern das, was Jacobacci in Lugano wurde: ein Trainer mit einem mehr als erfolgreichen Einstand. Mit Luzern war es im Herbst unter Thomas Häberli bergab gegangen. Die Innerschweizer fabrizierten mit sechs Niederlagen die längste Negativserie aller Mannschaften in dieser Saison. Kaum hatte Celestini auf das neue Jahr hin übernommen, wollten die Luzerner kaum noch verlieren. Eine Zeitlang waren sie die beste Mannschaft der Rückrunde. Erst ein ungewöhnliches Verletzungspech während der englischen Wochen stoppte den FCL.

Bei Neuchâtel Xamax schliesslich hätte Stéphane Henchoz in den letzten Runden noch die Wende schaffen sollen. Aber es gelang ihm nicht, es wäre ein schieres Wunder gewesen. Schon in der ganzen Zeit unter Joël Magnin zeigte sich, dass die Mannschaft wohl einfach zu schwach war, um in der Super League zu bleiben.

(sda)


Daten:

News Redaktion
05.08.20 02:03

Themen:

Sport

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