Umzug der Luzerner Museen hat Folgen für Gerichte und Schule

Würden in Luzern das Historische und Natur-Museum ins Zeughaus Musegg zügeln, könnten sich die Standortfragen des Kantonsgerichts, des Kriminalgerichts und der Fach- und Wirtschaftsmittelschule klären. Dies schreibt der Regierungsrat auf Vorstösse aus dem Parlament.

Umzug der Luzerner Museen hat Folgen für Gerichte und Schule (Foto: KEYSTONE / SIGI TISCHLER)
Umzug der Luzerner Museen hat Folgen für Gerichte und Schule (Foto: KEYSTONE / SIGI TISCHLER)

Um Geld zu sparen, möchte die Kantonsregierung die beiden Museen beim Kasernenplatz zu einem neuen Museum für Natur und Gesellschaft fusionieren. Als Standort prüft sie das aus dem 17. Jahrhundert stammende Zeughaus Musegg. Die beiden freiwerdenden heutigen Museumsstandorte könnten neu von der Justiz, die unter Raumproblemen leidet, genutzt werden.

Die Standortsuche für kantonale Institutionen bewog mehrere Mitglieder des Kantonsrats dazu, Vorstösse einzureichen. Urban Sager (SP) übt in einer Anfrage Kritik an der erwogenen Verschiebung der Museen. Sein Parteikollege Joseph Schuler wirft dem Regierungsrat vor, bei der Suche nach einem neuen Standort für das Kantonsgericht auf das Prinzip Hoffnung zu setzen.

Auch Johanna Dalla Bona (FDP) stellt Fragen zur ungelösten Standortfrage der Gerichte. Marlies Krummenacher (CVP) fordert namens der Justizkommission den Regierungsrat in einem Postulat auf, passende Infrastrukturen für das Gerichtswesen zu schaffen.

Der Regierungsrat nahm am Montag schriftlich Stellung zu den Vorstössen aus dem Kantonsrat. Entscheide zu den Standorten von Museen und Justizbehörden sind demnach noch keine gefallen, vieles ist noch in Prüfung. Das Postulat von Krummenacher wird von der Regierung unterstützt.

Der Regierungsrat verteidigt seine Idee, das Zeughaus Musegg als Standort für das neue kantonale Museum vertieft zu prüfen. Das erhöht stehende Zeughaus sei nicht weniger zentral gelegen als die beiden heutigen Museumsgebäude beim Kasernenplatz, schreibt er.

Der Regierungsrat ist sich nach eigenen Angaben bewusst, dass der Musegghügel für Menschen mit eingeschränkter Mobilität weniger gut erreichbar ist als der Kasernenplatz. Es gelte nun, die Situation zu analysieren und Möglichkeiten aufzuzeigen, damit das neue Museum für Natur und Gesellschaft allen zugänglich sei, schreibt er.

Der Regierungsrat glaubt auch nicht, dass bei einer Nutzung der beiden heutigen Museen durch die Gerichte das Quartier an Lebendigkeit verlieren werde. Es könne zwar einen Rückgang der Passantenzahl geben, schreibt er, doch gebe es dort auch Geschäfte, Restaurants und Hotels.

Ist das Zeughaus Musegg für das neue Luzerner Museum geeignet, könnte das Kantonsgericht in die beiden heutigen Museumsgebäude sowie in eine benachbarte kantonale Immobilie an der Pfistergasse einziehen. Diese wird zur Zeit von der Pädagogischen Hochschule genutzt. Es würde damit laut Regierungsrat, eine "Gerichtsmeile" entstehen.

Der frei werdende Standort des Kantonsgerichts an der Obergrundstrasse würde damit für das Kriminalgericht frei. Dieses ist zur Zeit in zwei Provisorien im Tribschenquartier beheimatet.

Eignet sich das Zeughaus Musegg nicht als Museumsstandort, würde das neue kantonale Museum möglicherweise im heutigen Natur-Museum realisiert, wie der Regierungsrat schreibt. Noch nicht geklärt ist, ob das Kantonsgericht im Zeughaus untergebracht werden könnte.

Als möglichen neuen Standort für das Kantonsgericht kommt gemäss der kantonalen Immobilienstrategie auch die kantonale Fach- und Wirtschaftsmittelschule am Hirschengraben in Frage. Mit deren baldigen Umnutzung ist aber nicht zu rechnen, weil Investitionen noch nicht amortisiert sind es noch keinen Ersatzstandort für die Schule gibt, wie der Regierungsrat schreibt.

(sda)


Daten:

Roman Spirig
08.10.19 00:01

Themen:

Regional

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