Sturm "Ian" verliert an Kraft - Überflutungen an US-Ostküste

Der Sturm "Ian", der schwere Zerstörungen in Florida und Schäden in anderen US-Bundesstaaten anrichtete, hat am Wochenende weitgehend seine Kraft verloren. Ausläufer sorgten an der US-Ostküste bis nach New York für Regenfälle. Unterdessen hatte vor allem Florida weiter mit den Folgen des Hurrikans zu kämpfen. Die Überflutungen seien noch nicht vorbei und auch der Strom sei nicht überall wiederhergestellt, sagte Gouverneur Ron DeSantis.

Die Brücke, die von Fort Myers nach Pine Island, führt, ist nach Hurrikan «Ian» stark beschädigt. Aufgrund der Schäden kann die Insel nur per Boot oder Flugzeug erreicht werden. Foto: Gerald Herbert/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Gerald Herbert)
Die Brücke, die von Fort Myers nach Pine Island, führt, ist nach Hurrikan «Ian» stark beschädigt. Aufgrund der Schäden kann die Insel nur per Boot oder Flugzeug erreicht werden. Foto: Gerald Herbert/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Gerald Herbert)

Bevor er sich abschwächte, traf "Ian" noch als Hurrikan der Stufe eins von fünf auf die Küste von South Carolina und brachte Sturmfluten mit sich. Auf TV-Bildern waren komplett überflutete Strassen und ein teilweise zerstörter Pier zu sehen. Es habe keine Todesfälle in dem Bundesstaat gegeben, sagte Gouverneur Henry McMaster. Für mehr als 500 000 Haushalte in South und North Carolina sowie Virginia fiel der Strom aus, unter anderem weil umstürzende Bäume die Leitungen durchtrennten.

US-Präsident Joe Biden wird in den nächsten Tagen nach Florida und Puerto Rico fliegen, um sich ein Bild von den Hurrikan-Schäden zu machen. Zunächst werde Biden am Montag in das vom Hurrikan "Fiona" heimgesuchte Puerto Rico reisen, kündigte das Weisse Haus an. Florida werde am Mittwoch folgen.

Am Mittwoch war "Ian" als Hurrikan der Stufe vier mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde in Florida auf Land getroffen. Bei seinem Zug quer über den südlichen Bundesstaat hinterliess er Zerstörungen und Überschwemmungen. Allein beim Versorger Florida Light & Power waren am Samstag immer noch rund 700 000 Haushalte ohne Strom, wie ein Sprecher dem Nachrichtensender CNN sagte. In der Spitze seien es in den vergangenen Tagen mehr als zwei Millionen gewesen. Der Wiederaufbau werde Monate und zum Teil auch Jahre dauern, betonten Behörden.

In den betroffenen Gebieten in Florida gingen Rettungsbemühungen und Räumungsarbeiten weiter. Die Küstenwache rettete unter anderem mit Hubschraubern mehr als 300 Menschen, zum Teil von Dächern und Bäumen, sowie gut 80 Haustiere. Allein im Bezirk Lee County, in dem "Ian" an Land ging, wurden 35 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Hurrikan bestätigt, sagte Sheriff Carmine Marceno am Samstag. Insgesamt wurden in dem Bundesstaat zunächst 47 Todesfälle gemeldet.

Präsident Biden hatte am Donnerstag düstere Befürchtungen geäussert und gesagt: "Dies könnte der tödlichste Hurrikan in der Geschichte Floridas sein."

Nach Florida zog "Ian" zunächst aufs Meer hinaus, gewann dort wieder etwas an Kraft und erreichte am Freitag die Küste von South Carolina mit Windgeschwindigkeiten von rund 140 Kilometern pro Stunde. Wenige Stunden später schwächten sich die Winde auf rund 95 Kilometer pro Stunde ab und nach der gängigen Einstufung galt der Wirbelsturm damit nicht mehr als Hurrikan. Es wurde erwartet, dass "Ian" sich am Wochenende über Virginia auflöst.

In der Stadt Georgetown in South Carolina, in der "Ian" auf Land traf, stand Wasser in der zentralen Einkaufsstrasse. Die Kleinstadt Pawleys Island wurde von einer rund zwei Meter hohen Flutwelle getroffen.

Am Dienstag war "Ian" als Hurrikan der Kategorie drei von fünf bereits in Kuba auf Land getroffen und hatte dort schwere Schäden angerichtet. Laut Regierungsangaben starben mindestens drei Menschen. Auch am Freitag waren grosse Teile des Karibikstaats weiter ohne Strom gewesen.

(sda)


Daten:

News Redaktion
02.10.22 08:37

Themen:

International

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