Stadt Zug will Zurlaubenhof für 65 Millionen Franken kaufen

Die Besitzerfamilie des Zuger Zurlaubenhofs bietet der Stadt Zug die rund 4,5 Fussballfelder grosse barocke Hof- und Gartenanlage mit historischen Gebäuden zum Kauf an. Kostenpunkt: 65 Millionen Franken. Der Stadtrat möchte auf das Angebot eingehen. Das letzte Wort hat aber das Stimmvolk.

Die Stadt Zug will den Zurlaubenhof kaufen. (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Die Stadt Zug will den Zurlaubenhof kaufen. (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Dies ist eine einmalige Gelegenheit, den Zurlaubenhof für die Bevölkerung der Stadt Zug zu sichern, wird der Zuger Finanzchef André Wicki (SVP) in einer Medienmitteilung der Stadt vom Donnerstag zitiert. Die Familie Bossard, die seit 178 Jahren Eigentümerin des Zurlaubenhofs ist, will der Stadt die Anlage 65 Millionen Franken verkaufen.

Der Stadtrat prüfte das Angebot umfassend und beurteilte es schliesslich als fair, wie er betont. Am 25. November beschloss er schliesslich, einen Vorvertrag zum Abschluss eines Kaufvertrags mit der Besitzerfamilie zu unterzeichnen.

Diese war an die Stadt gelangt, weil sie die Liegenschaft für eine nachhaltige Lösung im Interesse aller Anspruchsgruppen verkaufen wollte. In den vergangenen Jahren sei bei ihr die Erkenntnis gereift, dass die nächste Generation der Familie den Zurlaubenhof und die damit verbundenen Aufgaben nicht übernehmen werde, wird die Familie in der Mitteilung zitiert.

Die barocke Hof- und Gartenanlage mit historischen Gebäuden liegt im Quartier St. Michael am südlichen Stadtrand von Zug. Sie umfasst eine Grundbuchfläche von 32470 Quadratmetern. Das Hauptgebäude wurde im 16., 17. und 18. Jahrhundert vom einfachen Bauernhaus zu einem Herrensitz umgestaltet. 1964 wurden die Bauten der Liegenschaft als schutzwürdige Baudenkmäler anerkannt.

Bis 1799 war er im Besitz der Familie Zurlauben, seit 1853 gehört er der Familie Bossard. Nun sei die Zeit gekommen, für den Zurlaubenhof eine gute Lösung zu suchen, so die Besitzerfamilie. Die Stadt Zug sei die Wunschpartnerin der Familie für einen Kauf.

Der Zuger Stadtpräsident Karl Kobelt (FDP) äussert sich in der Medienmitteilung erfreut über diese Gelegenheit. Boden sei ein knappes Gut in der Stadt Zug. Auf dem Areal könnte Wohnraum für unterschiedliche Anspruchsgruppen erstellt werden.

Es sei die Absicht des Stadtrats, dass der vorliegende, fertig ausgearbeitete Bebauungsplan eingereicht und realisiert wird. Über diesen sollen nur 29 Prozent der Ausnützung realisiert werden. Baurechtlich möglich wären 40 Prozent. Der Zurlaubenhof würde mit seinem barocken Garten und den Kulturgütern von nationaler Bedeutung als öffentlicher Raum erhalten bleiben.

(sda)


Daten:

News Redaktion
09.12.21 15:00

Themen:

Regional

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