Senegal wie 2002 in der K.o.-Phase

Der Senegal träumt wieder. Dank eines verdienten 2:1-Erfolgs über Ecuador stehen die Senegalesen an der WM in Katar in den Achtelfinals.

Senegal im Freudentaumel (FOTO: KEYSTONE/AP/Francisco Seco)
Senegal im Freudentaumel (FOTO: KEYSTONE/AP/Francisco Seco)

Senegals grosser Sieg erhielt am Ende fast eine historische Dimension. Zum ersten Mal seit 32 Jahren gewann ein Team aus Afrika an einer Weltmeisterschaft wieder gegen ein Team aus Südamerika. 1990 hatte Kamerun Kolumbien besiegt.

Eine erste Schlüsselszene leitete Ecuadors Untergang ein. Piero Hincapie, ein ungestümer, 20-jähriger Innenverteidiger, räumte im Strafraum den Senegalesen Ismaila Sarr ab. Den Penalty verwandelte der gefoulte Sarr, der im Klub in England für Watford stürmt, souverän zum 1:0. Für Ismaila Sarr war es das elfte Länderspieltor, womit er sich in der ewigen senegalesischen Torschützenliste unter die Top 10 verbesserte.

Und Ecuador haderte. Warum nur, Hincapie? Wobei es anzumerken gilt, dass Piero Hincapie auch in der Bundesliga bei Bayer Leverkusen Trainer Gerardo Seoane mit ähnlich ungestümen Aktionen schon mehr als einmal zur Verzweiflung gebracht hat.

Aber warum stellte der argentinische Coach Gustavo Alfaro überhaupt Ecuadors Abwehr um? Mit einer Dreierkette hatte sich Ecuador gegen Katar (3:1) und die Niederlande (1:1) eine vorzügliche Ausgangslage kreiert. Mit einer Viererkette in der Verteidigung fand Ecuador gegen Senegal nie ins Spiel.

Schon in den ersten zehn Minuten erspielte der Senegal zwei tolle Torchancen. Und auch in der zweiten Halbzeit blieb Ecuador lange ungefährlich.

Dem Team aus Ecuador boten sich nicht viele Möglichkeiten, die Tür zur K.o.-Phase doch noch aufzustossen. In der 68. Minute glich Moises Caicedo nach einem Corner zwar wie ein Blitz aus heiterem Himmel zum 1:1 aus. Doch zur Ruhe fanden die Südamerikaner auch nach diesem Treffer nicht: Nur 155 Sekunden später brachte Kalidou Koulibaly von Chelsea mit seinem allerersten Länderspieltor den Senegal wieder in Führung. Wieder agierte Ecuador bei der Defensivarbeit chaotisch.

In Senegal träumen sie nun wieder - obwohl ihr Superstar, Sadio Mané, in Katar wegen einer Verletzung ja fehlt. Vor 20 Jahren erreichte Senegal schon einmal an einer Weltmeisterschaft die Viertelfinals. Damals folgten nach einem sensationellen 1:0-Erfolg über Frankreich ein 1:1 gegen Dänemark, ein 3:3 gegen Uruguay und ein 2:1 nach Verlängerung im Achtelfinal gegen Schweden. Erst in den Viertelfinals schied der Senegal nach einem 0:1 nach Verlängerung gegen die Türkei aus. Bei der zweiten WM-Teilnahme vor vier Jahren in Russland hatte der Senegal die Gruppenphase nicht überstanden.

Khalifa International Stadium, Al-Rayyan. - 44'569 Zuschauer. - SR Turpin (FRA). - Tore: 44. Sarr (Foulelfmeter) 0:1. 68. Caicedo 1:1. 70. Koulibaly 1:2.

Ecuador: Galindez; Angelo Preciado (85. Porozo), Torres, Hincapie, Estupiñan; Gruezo (46. Cifuentes); Franco (46. Sarmiento), Caicedo; Plata, Estrada (46. Reasco), Valencia.

Senegal: Edouard Mendy; Sabaly, Koulibaly, Diallo, Jakobs; Ciss (74. Mendy); Idrissa Gueye, Pape Gueye; Ndiaye (75. Dieng), Dia (95. Cissé), Ismaila Sarr.

Bemerkungen: Ecuador ohne Mendez (gesperrt), Senegal ohne Kouyaté (verletzt/Oberschenkel). - Verwarnung: 66. Idrissa Gueye (im Achtelfinal gesperrt).

Niederlande - Katar 2:0 (1:0). Ecuador - Senegal 1:2 (0:1).

Rangliste: 1. Niederlande 3/7 (5:1). 2. Senegal 3/6 (5:4). 3. Ecuador 3/4 (4:3). 4. Katar 3/0 (1:7).

(sda)


Daten:

News Redaktion
29.11.22 18:12

Themen:

Sport

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