Schwyzer Urs Kryenbühl in der Abfahrt in Kitzbühel schwer gestürzt

Die Weltcup-Abfahrt in Kitzbühel, in der Beat Feuz in Führung liegt, wird von einem schweren Sturz von Urs Kryenbühl überschattet.

Beat Feuz feiert in Kitzbühel die nach vier zweiten Plätzen überfällige Siegpremiere (FOTO: KEYSTONE/AP/Marco Trovati)
Beat Feuz feiert in Kitzbühel die nach vier zweiten Plätzen überfällige Siegpremiere (FOTO: KEYSTONE/AP/Marco Trovati)

Dieser Sieg war längst überfällig. Viermal war Feuz auf der Streif schon Zweiter geworden, stets musste er einem anderen Konkurrenten mit knappem Rückstand den Vortritt lassen. Vor fünf Jahren war der Italiener Peter Fill etwas schneller, in den vergangenen drei Wintern musste Feuz der Reihe nach dem Deutschen Thomas Dressen, Fills Landsmann Dominik Paris und dem Österreicher Matthias Mayer den Vortritt lassen.

Nun, in der 500. Abfahrt in der Weltcup-Geschichte, komplettierte Feuz seine Gams-Herde, zu der neben den Abfahrts-Trophäen auch ein Exemplar in Silber für den vor neun Jahren erreichten zweiten Platz in der Kombination und ein Exemplar in Bronze für den dritten Rang im Super-G vor vier Jahren gehören, um ein goldenes Tier.

Diese goldene Gams hatte Feuz auch vor vier Jahren in Griffnähe gehabt. Damals landete er mit klarem Vorsprung statt auf der obersten Stufe des Podiums nach einem Sturz in der Traverse vor dem Zielhang in den Sicherheitsnetzen.

Weit weniger glimpflich lief der Sturz von Kryenbühl am Freitag ab. Der Schwyzer kam nach einem weiten Satz beim Zielsprung zu Fall - an jener Stelle, an der vor zwölf Jahren Daniel Albrecht ebenso fürchterlich gestürzt war. Wie Swiss-Ski am frühen Abend mitteilte, zog sich der 26-Jährige einen Riss des Kreuz- und Innenbandes im rechten Knie sowie einen Schlüsselbeinbruch und eine Gehirnerschütterung zu. Er blieb über Nacht im nahegelegenen Bezirksspital in St. Johann und kehrt voraussichtlich am Samstag in die Schweiz zurück.

Feuz zeigte eine Fahrt, an der es nicht allzu viel auszusetzen gibt. Die (fast) perfekte Vorstellung war aber auch nötig, um diesmal das Duell gegen Mayer für sich zu entscheiden. Der Kärntner, der vor zwölf Monaten 22 Hundertstel schneller war, lag im Ziel 16 Hundertstel zurück. Feuz sorgte für den ersten Schweizer Abfahrtssieg auf der Streif seit neun Jahren. Damals hatte sich Didier Cuche mit seinem fünften Triumph zum alleinigen Rekordhalter gemacht.

Zweitbester Schweizer war Carlo Janka. Der Bündner wurde Sechster und war so gut klassiert wie noch nie in diesem Winter. In Gröden war Janka Siebenter geworden.

Das Podium komplettierte Paris. Der Südtiroler, der in Kitzbühel schon dreimal die Abfahrt und einmal den Super-G gewann, kehrte als Dritter in grossem Stil an die absolute Spitze zurück. Vor einem Jahr hatte Paris bei der abschliessenden Vorbereitung auf das Rennwochenende am Hahnenkamm einen Kreuzbandriss erlitten.

Feuz musste sich den Sieg auch am Freitag erdauern. Er musste lange warten, bis er sich seines Sieges sicher sein konnte. Wegen starken Windes, der mehrmals einen Unterbruch erforderte, zog sich das Geschehen sehr, sehr lange hin.

(sda)


Daten:

Roman Spirig
22.01.21 14:25

Themen:

Sport

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