Renggbach-genossenschaft löst sich auf

100 Jahre lang hat die Renggbachgenossenschaft dafür gesorgt, dass Gebiete in den Gemeinden Luzern, Horw, Kriens und Malters nicht überschwemmt werden. Weil nun der Kanton diese Schutzaufgabe übernimmt, löst sich die Genossenschaft Ende März 2020 auf.

Bachsperren am Renggbach. (FOTO: Gemeinde Kriens)
Bachsperren am Renggbach. (FOTO: Gemeinde Kriens)

Die Schutzgenossenschaft für die Verbauung des Renggbaches und seiner sämtlichen Nebenflüsse in der Gemeinde Kriens war 1920 gegründet worden. Ihr gehörten aus der Stadt Luzern die Einwohner-, die Ortsbürger-, die Korporations- und die Kirchgemeinde an, die Einwohnergemeinden Kriens und Horw, die Zwinggemeinden Littau und Blatten sowie die SBB. Dies seien auch die potentiell vom Hochwasser des Renggbachs betroffenen Gebiete und Organisationen, teilte die Gemeinde Kriens am Mittwoch mit.

Überschwemmungen drohen bei Gewittern und Unwettern am Pilatus. Der Renggbach nimmt das Wasser von rund 30 Bächen am Pilatus auf und führt dieses durch die Schlucht Renggloch in die Kleine Emme. Bei heftigen Gewitterstürmen kämen ungeheure Wassermassen zusammen, die eine immense Zerstörungskraft hätten, schreibt die Gemeinde Kriens.

Das enge Renggloch wurde durch Gesteinsabbau ausgeweitet, im 18. Jahrhundert durch Sprengungen zusätzlich vergrössert. Hans Conrad Escher von der Linth, der Erbauer des Linthkanals, untersuchte 1819 den Renggbach. Er erkannte, dass die Wasser- und Geschiebemenge bereits im Oberlauf reduziert werden müsse, wenn Luzern und Kriens von Überschwemmungen geschützt werden sollen.

Eschers Grundidee wurde ab 1920 umgesetzt, es entstand ein Schutzsystem mit rund 700 Bachsperren und einem Damm. Die Kosten, die die Eidgenossenschaft trug, beliefen sich auf 1,7 Millionen Franken. 1980 folgte ein 17,1 Millionen Franken teurer Ausbauschritt.

Aufgabe der Renggbachgenossenschaft war es, dieses System zu unterhalten. Weil mit dem neuen Wasserbaugesetz diese Verantwortung an den Kanton übergeht, braucht es die Organisation nicht mehr.

Zu Ehren desjenigen Mannes, auf den die Renggbachverbauungen zurückgehen, hat die Gemeinde Kriens die Hergiswald-Brücke in Conrad-Escher-Brücke umbenannt. Diese Bauwerk zwischen Kriens und Eigenthal überquert den Renggbach. Es ersetzte vor einigen Jahren eine über 200 Jahre alte und unter Denkmalschutz stehende Holzbrücke.

(sda)


Daten:

News Redaktion
26.02.20 09:41

Themen:

Regional

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