Zehn Personen bei Luzerner Soldatenstube festgenommen

Bei der umstrittenen Soldatenstube in der Stadt Luzern hat die Polizei am Dienstagmorgen eine Hausdurchsuchung vorgenommen. Dabei wurden zehn Personen festgenommen. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung wegen Verdachts auf Hausfriedensbruchs eingeleitet.

Zehn Personen bei Luzerner Soldatenstube festgenommen (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Zehn Personen bei Luzerner Soldatenstube festgenommen (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Sie habe die Polizei beauftragt, die Liegenschaft zu durchsuchen, teilte die Luzerner Staatsanwaltschaft mit. Die Festgenommenen würden identifiziert und zum Tatvorwurf befragt. Damit wolle man feststellen, wer das Haus Eichwäldli bei der ehemaligen Soldatenstube aktuell bewohne und ob dies widerrechtlich geschehe.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Liegenschaft am Murmattweg bei der Luzerner Allmend, die sich Familie Eichwäldli nennen, hatten mitgeteilt, es finde eine polizeiliche Räumung statt. Dies sei nicht der Fall, hält die Staatsanwaltschaft fest.

Es handle sich weder um eine Räumung noch um eine Ausweisung, die Festgenommenen würden nach der Befragung wieder entlassen. Entsprechend sei auch kein Gebäude versiegelt worden.

Vor dem Areal versammelten sich Sympathisanten der Festgenommenen, es gab Pfiffe und Buhrufe gegen das Vorgehen der Polizei, wie ein Sprecher sagte. Widerstand seitens der Abgeführten habe es keinen gegeben. Dass man die Angetroffenen zur Befragung mitgenommen habe, statt diese vorzuladen, sei aus praktischen Gründen passiert.

Die Bewohnerinnen und Bewohner des baufälligen Gebäudes bei der Luzerner Allmend hatten mit der Stadt Luzern einen Gebrauchsleihvertrag abgeschlossen. Dieser lief im September 2020 aus, wurde von der Stadt aber bis Mitte Februar 2021 verlängert.

Die Familie Eichwäldli weigert sich seither, das Grundstück zu verlassen. Die Stadt hat im Februar Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Die Staatsanwaltschaft habe die Anzeige geprüft und eine Untersuchung eingeleitet.

Mit dem Gang vor die Schlichtungsbehörde für Miete und Pacht waren die Bewohner gescheitert. Diese erklärte sich für nicht zuständig, weil kein Mietvertrag abgeschlossen worden sei, und das Kantonsgericht stützte den Entscheid. Zuletzt hatte die Familie Eichwäldli eine Online-Petition gestartet für den Verbleib, die knapp 2000 Personen unterzeichneten.

(sda)


Daten:

Roman Spirig
04.05.21 12:43

Themen:

Regional

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