Parteiloser Kantonsrat Hans-Peter Amrein will Regierungsrat werden

Der langjährige Zürcher Kantonsrat Hans-Peter Amrein tritt zu den Regierungsratswahlen 2023 an. Im Kantonsrat ist er bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Nun teilt er auch im Regierungsratswahlkampf aus.

Will vom Kantonsrat in den Regierungsrat wechseln: Hans-Peter Amrein. (FOTO: handout)
Will vom Kantonsrat in den Regierungsrat wechseln: Hans-Peter Amrein. (FOTO: handout)

Im Regierungsrat will Amrein sich gegen die "links-grüne Verbotspolitik" wehren, wie es in einer Medienmitteilung vom Freitag zu seiner Kandidatur heisst. Die rot-grüne Mehrheit im kantonalen Parlament wolle nämlich in alle möglichen Lebensbereiche der Bürgerinnen und Bürger mit immer mehr Vorschriften eingreifen.

Als unabhängiger Kandidat mit Erfahrung aus der Wirtschaft bringe er gute Voraussetzungen für das Amt des Regierungsrats mit, ist Amrein überzeugt.

Amrein sieht die Stabilität des Kantons Zürich aufgrund der aktuellen internationalen Krisenlage und der daraus resultierenden Probleme für die Wirtschaft, die Kantonsfinanzen und die Arbeitsplatz-Sicherheit als gefährdet an. Er wolle im Regierungsrat dazu beitragen, die Probleme offen, ehrlich und direkt anzugehen.

Der 64-Jährige aus Küsnacht ist seit 2011 im Zürcher Kantonsrat. Er ist im November 2020 zum zweiten Mal aus der Fraktion der SVP ausgetreten. Seit er im Frühling dieses Jahres auch der Partei den Rücken kehrte, übt er sein Kantonsratsamt partei- und fraktionslos aus. Er begründete den Austritt mit dem Vorgehen von Parteileitung und Fraktionsführung, mit dem er nicht einverstanden sei. Bereits 2015 verliess er die Fraktion ein erstes Mal, kehrte jedoch wenige Monate später zurück.

2020 wehrte er sich vergeblich mit politischen und rechtlichen Mitteln gegen die geplante Erhöhung der Entschädigung für Kantonsrätinnen und Kantonsräte, welche eine Mehrheit des Rats gutgeheissen hatte.

Völlig unverschuldet zusätzliche Aufmerksamkeit bescherte dem streitlustigen Kantonsrat ein Vorfall im Kantonsrat im Mai dieses Jahres. Eine Frau gelangte durch einen Seiteneingang in die Messehalle, wo der Kantonsrat tagte, schritt schnurstracks zum Rednerpult, wo Amrein gerade sprach, und deponierte dort Igelkot. Der verdutzte Kantonsrat wechselte das Rednerpult und sprach weiter.

Beruflich ist Amrein als Geschäftsführer einer Detektei für Wirtschaftsdelikte tätig. Er arbeitete zuvor für verschiedene Banken im In- und Ausland.

Die Regierungsratswahlen im Kanton Zürich finden am 12. Februar 2023 statt. Alle amtierenden Regierungsrätinnen und Regierungsräte treten zur Wiederwahl an. Weitere oder zusätzliche Kandidaturen gibt es von SP, FDP, GLP und AL.

(sda)


Daten:

News Redaktion
25.11.22 10:40

Themen:

Schweiz

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