Luzerner Patienten und Betagte dürfen wieder besucht werden

Als Reaktion auf die vom Bund verschärften Coronamassnahmen lockert der Kanton Luzern das Besuchsverbot für Spitäler und Altersheime. Ob die von der Landesregierung festgelegte Obergrenze von 50 Personen für Veranstaltungen gesenkt wird, hat die Kantonsregierung noch nicht entschieden.

Der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP) lockert das Besuchsverbot. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP) lockert das Besuchsverbot. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Regierungspräsident Reto Wyss (CVP) und Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP) haben am Freitag vor den Medien Stellung bezogen zu den jüngsten Entwicklungen der Coronapandemie. Die Kantonsregierung trage die Massnahmen des Bundesrats mit, sagte Wyss. Sie trage vor allem das Bemühen mit, Kontakte zwischen Menschen zu vermeiden. Anlässe, die nicht zwingend nötig seien, sollten jetzt nicht stattfinden.

Die Massnahmen des Bundes erlauben es dem Regierungsrat, eine kantonale Massnahme zu lockern, nämlich das Besuchsverbot für Spitäler und Altersheime. Ab Samstag dürfe jeder Patient und jeder Heimbewohner von zwei sehr engen Bezugspersonen besucht werden, sagte Graf. Die Institutionen könnten Einschränkungen machen, wenn es die Situation erfordere.

Graf verteidigte die Besuchseinschränkungen. Sie dienten dem Wohle der Patienten und Heimbewohnern, erklärte er. Auch Wyss betonte die Notwendigkeit, aber auch die Rechtmässigkeit der Coronamassnahmen. Sie seien nötig, um die Spitäler vor dem Kollaps zu schützen.

Wyss erklärte ferner, die Behörden würden der Wirtschaft nicht leichtfertig Auflagen machen. Deren Zweck sei es vielmehr, ein späteres, notfallmässiges Eingreifen des Staates zu verhindern, das noch schwerere Folgen für die Wirtschaft haben würde.

An den weiteren kantonalen Massnahmen, die über die Bestimmungen des Bundes hinausgehen, rüttelte der Regierungsrat nicht. Erotik- und Sexbetriebe bleiben geschlossen, wer mit Personen, mit denen er nicht zusammenlebt, im Auto unterwegs ist, muss eine Maske tragen.

In Luzern gilt weiterhin die Bundesbestimmung, dass nicht mehr als 50 Personen an einer Veranstaltung teilnehmen dürfen. Die Zentralschweizer Gesundheitsdirektoren sprachen sich am letzten Wochenende für eine Grenze von 30 Personen aus, dies aus Rücksicht auf das Contact Tracing in kleinen Kantonen. Obwalden führt die tiefere Grenze am Montag ein, in Schwyz gilt sie seit einer Woche.

Der Luzerner Regierungsrat will am Dienstag über die Frage der Versammlungsgrösse befinden. Nach Aussagen von Graf könnte Luzern zunächst die Wirkung der heutigen Regelung beobachten und dann allenfalls nachjustieren.

Die zahlenmässige Beschränkung des Publikums ist für Veranstalter essentiell. Das Luzerner Theater und der Südpol erklärten am Donnerstag, dass sie den Spielbetrieb auch mit maximal nur 50 Zuschauern fortsetzen wollen

Im Kanton Luzern hat die Zahl der Neuinfektionen in den letzten Wochen stark zugenommen. Es wurden zuletzt deutlich über 300 Fälle pro Tag registriert. Die Unterbrechung der Übertragungskette sei dringend nötig, erklärte der Regierungsrat.

Der Kanton baut deswegen seine Testkapazitäten aus. Bereits in Betrieb ist beim Armee-Ausbildungszentrum (AAL) in Luzern ein Drive-in-Testzentrum. Dessen Kapazitäten werden auf Montag verdoppelt. Zudem wurde am Freitag ein zweites Drive-in-Testzentrum in Nottwil beim Schweizer Paraplegiker Zentrum eröffnet, ein drittes folgt nächste Woche in Entlebuch.

Ausgebaut wurde ferner das Contact Tracing. Aktuell arbeiten dort 41 Personen. Bisher war die Lungenliga für die Umfeldanalyse der Infizierten zuständig, ab 1. November wird es der Kanton sein.

(sda)


Daten:

News Redaktion
30.10.20 13:54

Themen:

Regional

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