Luzerner Kantonsrat bekräftigt bisherige Tourismuspolitik

Der Luzerner Kantonsrat ist dagegen, dass Mittel zu Gunsten des Tourismus in der Coronakrise an spezielle Bedingungen geknüpft werden. Er erteilte damit einem schnellen Strukturwandel des Fremdenverkehrs weg vom Massentourismus zu einem ländlichen und ökologischen Tourismus eine Absage.

Luzerner Kantonsrat bekräftigt bisherige Tourismuspolitik (Foto: KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA BELLA)
Luzerner Kantonsrat bekräftigt bisherige Tourismuspolitik (Foto: KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA BELLA)

Der Kantonsrat überwies am Montag ein Postulat der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (Wak) und von Ursula Berset (GLP) nur teilweise und lehnte ein Postulat von Samuel Zbinden (Grüne) ab. Er sprach sich damit für die bisherige Tourismusstrategie aus und gegen eine Priorisierung des ländlichen Tourismus.

Die Wak hatte verlangt, dass Gelder für Marketingmassnahmen vor allem dem ländlichen Tourismus zugute kommen solle. André Marti (FDP) sagte namens der Kommission, vor allem in den ländlichen Regionen gebe es die Angebote, die die Schweizer Touristen diesen Sommer suchen würden. Der ländlichen Tourismus solle die kurzfristige Chancen nutzen können.

Berset sagte, es müsse ein klares Signal zu Gunsten eines sanfteren Tourismus gesetzt werden. Der Fremdenverkehr müsse neue Wege gehen. Die Bevölkerung in der Stadt Luzern wolle keinen Massentourismus. Deswegen solle das Potential der Landschaft stärker genutzt werden.

Zbinden forderte, dass die Gelder, die der Kanton in der Coronakrise dem Tourismus zukommen lasse, an die Bedingung der Nachhaltigkeit geknüpft werde. Der Strukturwandel müsse jetzt stattfinden, forderte er. Touristen sollten nicht mehr mit dem Flugzeug nach Luzern kommen und nur kurze Zeit hier bleiben.

Gegen die Vorstösse vorgebracht wurde etwa, dass die Nachhaltigkeit im Tourismus bereits eine wichtige Rolle spiele. Auch könne ein Strukturwandel nicht rasch vom Zaun gebrochen werden. Finanziell den ländlichen Tourismus zu bevorzugen sei falsch, denn es leide vor allem der städtische Tourismus vom Wegbleiben der Gäste.

(sda)


Daten:

Redaktion (allgemein)
29.06.20 15:56

Themen:

Regional

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