Kriens LU budgetiert ein Minus und will Steuern erhöhen

Für das kommende Jahr rechnet die Stadt Kriens LU mit einem Aufwandüberschuss von 1,4 Millionen Franken. Der Stadtrat möchte zuletzt in der Bevölkerung kontrovers diskutierte Entscheide korrigieren. Dies setzte aber eine Steuerfusserhöhung voraus, argumentiert er. 

Kriens LU budgetiert ein Minus und will Steuern erhöhen (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Kriens LU budgetiert ein Minus und will Steuern erhöhen (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Konkret sieht die Krienser Stadtregierung vor, den Steuerfuss von 1,95 auf 2 Einheiten zu erhöhen, wie sie am Montag mitteilte. Dieser Vorschlag geht nun an den Einwohnerrat, unterstützt das Stadtparlament diesen Weg, hat das Krienser Stimmvolk noch das letzte Wort.

Denkbar sei eine nochmalige Steuererhöhung für das Jahr 2024 um 0,05 Einheiten. Der Stadtrat verzichte jedoch bewusst auf eine Erhöhung in einem Schritt, um bei einer Verbesserung der Ertragslage schnell reagieren zu können, wie er betont.

Kriens zählt mehr als 29'000 Einwohnerinnen und Einwohner und kämpft seit gut zehn Jahren mit einem strukturellen Defizit. Die Leistungen, welche die Stadt erbringen müsse, erforderten mehr finanzielle Mittel, als aus den Steuererträgen zur Verfügung stünden, schreibt der Stadtrat. Er sei bestrebt, an den richtigen "Stellschrauben zu drehen".

Trotz "intensiver Suche nach Korrekturmöglichkeiten" bleibe es letztlich beim Minus von 1,4 Millionen Franken bei einem Aufwand von 219 Millionen Franken. Dies solle als bewusstes Zeichen verstanden werden, dass der Stadtrat agieren und nicht nur reagieren wolle. So habe es bei der Umsetzung der mit dem Budget 2022 beschlossenen Massnahmen viele Reaktionen gegeben.

Beispielsweise der Verzicht auf den Ferienhort und die Erhöhung der Elternbeiträge an die Tagesstrukturen. Der Stadtrat nahm diese Kritik zu Kenntnis und korrigiert: Der Ferienhort wird wieder geplant, die Erhöhung der Elternbeiträge teilweise rückgängig gemacht.

Kostentreiber waren laut Stadtregierung die aktuell hohen Energiepreise sowie steigende Ausgaben bei den gesetzlich vorgeschriebenen Sozialversicherungen. In beiden Bereiche könne die Stadt nicht oder nicht direkt korrigierend eingreifen.

Hingegen habe der Stadtrat die für das kommende Jahr vorgesehene Steuererträge vorsichtig budgetiert. Er gehe in seinen Berechnungen aufgrund jüngster Erfahrungen von einem geringeren Wachstum aus als der Kanton.

Für 2023 sind Investitionen von 10,2 Millionen Franken vorgesehen. Auch dafür sei eine Steuererhöhung die Voraussetzung, teilte der Stadtrat mit.

(sda)


Daten:

Roman Spirig
03.10.22 12:46

Themen:

Regional

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