Kein unterirdisches Parkhaus am  Pilatusplatz in Luzern

Bei der Erneuerung des Pilatusplatzes in der Stadt Luzern soll kein unterirdisches Parkhaus die wegfallenden Parkplätze kompensieren. Das Tiefbauamt empfiehlt, darauf zu verzichten. Der Stadtrat solle aber auf eine neue Verkehrsführung setzen.

Kein unterirdisches Parkhaus am  Pilatusplatz in Luzern (Foto: KEYSTONE /  / )
Kein unterirdisches Parkhaus am  Pilatusplatz in Luzern

Mit der sogenannten Y-Lösung soll die Obergrundstrasse vom Individualverkehr befreit werden und nur noch für Busse, Velos und Fussgänger dienen. Statt heute 1300 Durchfahrten pro Stunde würden dort künftig noch 50 Busse in bloss eine Richtung verkehren, wie der Luzerner Umwelt- und Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne) am Freitag darlegte.

Er orientierte über das Resultat zweier Studien, die die Stadt in Auftrag gegeben hatte. Sie wollte einerseits wissen, ob unterirdische Parkplätze in der Nähe möglich wären, da durch die Erneuerung ein Teil der 46 Parkplätze verloren geht. Anderseits liess sie das städtebauliche Aufwertungspotenzial der Y-Variante prüfen.

Für die Neugestaltung liegt bereits ein Vorprojekt aus dem Jahre 2018 vor. Borgula sprach von einem funktionierenden Konzept, das die Aufgaben erfülle, etwa nach höhere Sicherheit oder nach geeigneten Buseinstiegsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen. Die Verkehrsführung bliebe allerdings unverändert.

Die Städtebaustudie habe gezeigt, dass dem Ort eine eigene Identität fehle und etwa Adressen schwierig zu finden seien. Die Autoren schlugen vor, man solle hier aufräumen, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und neue Beschattungsmöglichkeiten zu schaffen.

Neben dem bestehenden Vorprojekt soll der Stadtrat daher ein zweites Vorprojekt mit der Y-Lösung ausarbeiten. Dazu holt die Stadt bis Ende März Stellungnahmen bei der Verkehrskommission und der Begleitgruppe ein. Die Stadtregierung entscheidet schliesslich, welches Vorprojekt sie dem Kanton vorschlagen wird, der als Eigentümer der Kantonsstrasse am Ende entscheidet.

Abraten tut Borgula aufgrund der Studie von einem unterirdischen Parkhaus. Acht Standorte für ein solches habe man geprüft, insbesondere in der Obergrundstrasse unter dem Abschnitt, der verkehrsbefreit werden soll, unter dem Garten des Franziskanerplatzes und unter dem Hallwilerweg.

Technisch möglich wäre die letzte Variante, den beiden anderen kämen Werkleitungen in den Weg. Mit Kosten von rund zehn Millionen Franken für hundert Parkplätze sei der Preis aber hoch und es wäre laut der Studie schwierig, das Parkhaus wirtschaftlich zu betreiben. Zusätzlich würden nötige Ein- und Ausfahrrampen die geplante Aufwertung erschweren.

Als Kompromiss bleiben zehn Längsparkplätze entlang der Obergrundstrasse erhalten. Die Einfahrt dafür erfolgt vom Hirschengraben. Zudem seien im nahem Kesselturm-Parkhaus in der Regel 20 Parkplätze frei. Borgula tönte an, dass der Stadtrat mit dem Bericht und Antrag, der im Juni ins Parlament kommt, eine bessere Verfügbarkeit der Parkplätze in der Innenstadt anstrebe. Das könne eine gewisse Entspannung bei der Parkplatzfrage auch beim vorliegenden Projekt geben.

Während der Kanton bereits Kenntnis vom Vorprojekt aus dem Jahr 2018 hat, müsste die Y-Lösung im kantonale Strassenbauprogramm angepasst werden, was etwas mehr Zeit in Anspruch nähme. Der Baubeginn am Pilatusplatz ist frühestens zwischen 2024 und 2026 denkbar.

(sda)


Daten:

Roman Spirig
14.02.20 18:22

Themen:

Regional

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