Kanton prüft Park-and-ride-Anlage in der Stadt Luzern

Der Luzerner Regierungsrat soll den Bau einer Park-and-ride-Anlage bei der geplanten Reussportbrücke prüfen. Der Kantonsrat hat am Montag gegen den Willen von Links-Grün eine Projektstudie dafür bewilligt, auch wenn noch unklar ist, ob die Brücke überhaupt gebaut wird.

Im Gebiet Fluhmühle in Luzern, wo eine neue Brücke geplant ist, prüft der Kanton eine Park-and-ride-Anlage. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Im Gebiet Fluhmühle in Luzern, wo eine neue Brücke geplant ist, prüft der Kanton eine Park-and-ride-Anlage. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Daniel Keller (SVP) forderte mit seinem Postulat die Prüfung der Park-and-ride-Anlage beim geplanten Autobahnanschluss Lochhof, im Rahmen der umstrittenen und mittlerweile angepassten Stadtumfahrung Spange Nord. Autos und Reisebusse sollen Parkmöglichkeiten erhalten.

Ein Parking würde laut Keller verhindern, dass der Verkehr mitten ins Stadtzentrum geführt wird. Die Prüfung soll mit der Planung und Umsetzung der neuen Reussportbrücke zeitlich koordiniert werden.

Der Regierungsrat zeigte sich offen gegenüber dem Anliegen. Baudirektor Fabian Peter (FDP) sagte, ob das Projekt der Reussportbrücke überhaupt gebaut werde, wisse man noch nicht. Aber die Regierung sehe das Postulat als Chancen, um herauszufinden, wo Park-and-ride-Anlagen nahe des Zentrums in Zukunft möglich wären.

Hasan Candan (SP) forderte erfolglos eine Ablehnung des Postulats. Er bezeichnete es als verzweifelten Versuch, die Spange Nord am Leben zu erhalten. Die Bürgerlichen wollten endlich ein Parkhaus haben in der Stadt Luzern, sie versuchten dies nun über den Kanton zu erreichen.

Eine solche Anlage in einem Wohngebiet zu realisieren, sei aber systemfremd: 52 der 54 Park-and-ride-Anlagen im Kanton Luzern seien bei Bahnhöfen platziert. Auch der GLP-Sprecher sagt, der Lochhof sei der dümmste Ort für eine solche Anlage. Die Grünen wiederum betonten, dass sich die Stadt bereits wiederholt gegen Parkhäuser ausgesprochen habe.

Die CVP dagegen unterstützte das Vorhaben, um sich Handlungsfreiheit zu bewahren. Die FDP lobte das lösungsorientierte Vorgehen, auch die SVP stimmte zu.

Im Zusammenhang mit dem Umfahrungsprojekt Bypass des Bundes plant der Kanton einen neuen Autobahnanschluss Luzern-Lochhof und ein Verkehrsentlastungsprojekt für die Stadt. Von der ursprünglich vorgesehenen Spange Nord blieb nach heftiger Kritik zuletzt nur noch die Fluhmühlebrücke über die Reuss beim Autobahnanschluss übrig. Doch auch gegen diese regt sich Widerstand. Die Vernehmlassung zum Projekt läuft noch bis zum 30. September.

(sda)


Daten:

News Redaktion
14.09.20 17:08

Themen:

Regional

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