Im Kanton Luzern treiben sich vermehrt Cyberkriminelle um

Kriminelle arbeiten vermehrt mit dem Computer statt der Brechstange. Im Kanton Luzern sind 2019 ein Fünftel weniger Einbruchdiebstähle registriert worden, die Zahl der vermehrt im Internet verübten Betrugsfälle schnellten um mehr als die Hälfte in die Höhe.

Im Kanton Luzern treiben sich vermehrt Cyberkriminelle um (Foto: KEYSTONE / STR)
Im Kanton Luzern treiben sich vermehrt Cyberkriminelle um (Foto: KEYSTONE / STR)

Die Cyberkriminalität sei für die Kriminalpolizei eine der grossen Herausforderungen des letzten Jahres gewesen, teilte die Luzerner Polizei am Mittwoch mit. Um dem neuen Phänomen effizienter begegnen zu können, sei sie intern reorganisiert worden.

Die Betrugsfälle stiegen 2019 um 61 Prozent auf 806 Fälle an. Die Luzerner Polizei führt dies auf die zunehmende Cyberkriminalität zurück. Nicht nur grössere Unternehmen seine von Hackerangriffen betroffen, auch viele Bürgerinnen und Bürger seien durch Internetbetrug geprellt worden, teilte sie mit.

Eine gegenläufige Entwicklung gab es dagegen bei den Einbrüchen. Diese gingen um 21 Prozent auf 1016 zurück. Bei den Fahrzeugdiebstählen betrug der Rückgang 12 Prozent.

Im Bereich Menschenhandel weist die Luzerner Polizeistatistik eine Null aus. Die gesetzlichen Grundlagen für Kontrollen im Rotlichtmilieu hätten 2019 noch gefehlt, heisst es in der Mitteilung. Mit dem revidierten, auf 2020 in Kraft getretenen Gewerbepolizeigesetz habe die Kriminalpolizei nun mehr Handlungsspielraum. Die Fachgruppe Sexualdelikte sei deswegen auch aufgestockt worden.

Die Luzerner Polizei wertet die leicht rückläufige Kriminalitätsrate im 2019 positiv. Die Täter würden aber zunehmend professioneller vorgehen, schreibt sie. Die Ermittlungsverfahren seien dadurch komplexer geworden.

Das Stellenetat der Luzern Polizei beläuft sich auf 784 Stellen. Die Polizei nahm 2019 über 88000 Notrufe entgegen. Die Patrouillen waren im Schnitt nach 10,5 Minuten am Einsatzort. 400 Mal ausrücken musste die Luzerner Polizei im letzten Jahr wegen häuslicher Gewalt.

Zudem bearbeitete das Korps 2138 Verkehrsunfälle, 11 mehr als 2018. 10 Personen starben 2019 bei den Unfällen, 3 weniger als im Vorjahr. Rückläufig war auch die Zahl der Schwerverletzten.

(sda)


Daten:

Roman Spirig
25.03.20 16:28

Themen:

Regional

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