Graubünden stellt 100 Millionen für Härtefälle bereit

Der Kanton Graubünden stellt wesentlich mehr Geld bereit für wirtschaftliche Härtefälle aufgrund der Corona-Pandemie. Mit einer Kreditaufstockung um 61 Millionen Franken stehen für Firmen insgesamt 100 Millionen Franken zur Verfügung.

Der Kanton Graubünden hat die Härtefall-Hilfe für Firmen auf 100 Millionen Franken erhöht. (FOTO: Keystone/EPA CDC/CENTERS FOR DISEASE CONTROL AND)
Der Kanton Graubünden hat die Härtefall-Hilfe für Firmen auf 100 Millionen Franken erhöht. (FOTO: Keystone/EPA CDC/CENTERS FOR DISEASE CONTROL AND)

Die bisherigen Mittel für Härtefälle beliefen sich auf 39 Millionen Franken. Aufgrund des neuerlichen Lockdowns sei mit deutlich mehr Gesuchen von Unternehmen zu rechnen, sagte der Bündner Volkswirtschaftsdirektor Marcus Caduff (CVP) am Freitag vor den Medien in Chur. Der Kanton geht von vier Mal mehr Gesuchen aus: 2000 statt 500.

Zudem sollen in Schwierigkeiten geratene Firmen schneller zu Geld kommen. Die Behörden lockerten die Bedingungen, die ein Unternehmen erfüllen muss, um Härtefallhilfen zu erhalten. Vor allem müssen Firmen, die für mindestens 40 Tage behördlich geschlossen wurden, keinen Umsatzverlust von 40 Prozent nachweisen.

Unternehmen, die in der Geschäftstätigkeit eingeschränkt, aber nicht geschlossen wurden, müssen diesen Nachweis nach wie vor erbringen. Die Bündner Regierung richtet sich im Grundsatz nach diesen Bestimmungen, beschloss aber eine Spezialregelung. Demnach werden nur jene Unternehmen berücksichtigt, die einen Umsatzverlust von mindestens 15 Prozent aufweisen.

Laut Finanzdirektor Christian Rathgeb (FDP) will der Kanton die ersten Zahlungen Ende Januar oder Anfang Februar vornehmen. Rathgeb sagte weiter, die Corona-Pandemie habe den Kantonshaushalt vergangenes Jahr mit 60 Millionen Franken belastet.

Die erwartete Zusatzbelastung für den Haushalt im laufenden Jahr bezifferte er auf 143 Millionen Franken. Der Kanton könne die Ausgaben aber aus einer soliden finanziellen Situation heraus angehen. Das Budget des Kantons für 2021 rechnet grundsätzlich mit Einnahmen und Ausgaben in der Höhe von rund 2,6 Milliarden Franken.

Rathgeb sagte zudem mit Blick auf die Kantonskasse, die Regierung gehe davon aus, dass die Skigebiete offen blieben. Sie seien eine der Haupteinnahme-Quellen.

Weiter wurde am Freitag informiert, dass am Montag die ersten der neun regionalen Impf- und Testzentren in Betrieb gehen. Wegen der eingeschränkten Verfügbarkeit des Impfstoffs sei eine Priorisierung der Zielgruppen nötig.

Vorerst würden Personen im Alter von über 75 Jahren sowie Erwachsene mit chronischen Krankheiten geimpft. Die Spritze angesetzt wird ab kommenden Montag in den Regionalspitälern Davos, Ilanz, Poschiavo, Schiers, Scuol und Thusis sowie in Zentren in Cama, Chur (Kreuzspital) und St. Moritz.

(sda)


Daten:

News Redaktion
22.01.21 13:36

Themen:

Schweiz

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