Geplanter Luzerner Theaterneubau fällt bei Denkmalpflege durch

Rückschlag für ein neues Luzerner Theatergebäude an der Reuss: Eine Machbarkeitsstudie für einen Um- und Erweiterungsbau ist bei den Eidgenössischen Kommissionen für Denkmalpflege (EKD) und der Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) auf Ablehnung gestossen.

Geplanter Luzerner Theaterneubau fällt bei Denkmalpflege durch (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Geplanter Luzerner Theaterneubau fällt bei Denkmalpflege durch (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Weil das heutige Theatergebäude aus dem Jahr 1925 sanierungsbedürftig ist und den Ansprüchen der Theaterschaffenden nicht mehr gerecht wird, soll es umgebaut und erweitert werden. Die Projektierungsgesellschaft für ein Neues Luzerner Theater (NLT) hatte dafür eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen.

Zu dieser haben sich nun die beiden eidgenössischen Kommissionen geäussert, wie die Stadt Luzern am Dienstag mitteilte. Im vorliegenden Gutachten heisst es, die Machbarkeitsstudie zu Umbau und Erweiterung trage den Schutzzielen und Rahmenbedingungen nicht Rechnung oder widerspreche diesen gar.

Dem heutigen Theaterbau komme eine grosse Bedeutung hinsichtlich Stadtentwicklung und Ortsbild zu. Sein Erhalt als ortsbildprägendes Denkmal sei zwingend, ebenso seine Wirkung als Solitär, der eine markante Präsenz im Ortsbild von Luzern ausübe.

Zwar hätten die Kommissionen in einem ersten Gutachten einen Erweiterungsbau westlich des Theaters grundsätzlich für möglich erklärt. Dafür müssten allerdings fünf Bedingungen eingehalten werden, etwa, dass die benachbarte Jesuitenkirche nicht konkurrenziert werden dürfe.

Die Machbarkeitsstudie bestand aus drei Varianten. Bestehen bleiben würde in allen drei Vorschlägen die Nordfassade zur Altstadt hin. Auf dem Theaterplatz neben der Jesuitenkirche käme ein Erweiterungsbau mit einem Bühnenhaus zu stehen.

Die Kommissionen taxieren die Vorschläge faktisch als Ersatzneubau mit integriertem historischen Fassadenelement. Alle drei Varianten würden vom Abbruch des heutigen Theatergebäudes und einem Ersatzneubau ausgehen, in den die historische Nordfassade integriert werden solle. Das sei keine denkmalverträgliche Lösung. Die Vorschläge seien eine schwere Beeinträchtigung des Ortsbildes von nationaler Bedeutung.

Erstaunt äusserte sich die Kommission darüber, dass in der Studie ein klarer Bezug fehle zum Gutachten und zu den Testplanungsvarianten Umbau mit Erweiterung. Sie empfiehlt zudem, das Raumprogramm zu reduzieren.

(sda)


Daten:

Roman Spirig
15.09.20 13:00

Themen:

Regional

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