Forscher installieren auf dem Säntis Laser als Blitzableiter

Auf dem Gipfel des Säntis unterziehen Forschende einen futuristisch anmutenden Blitzableiter einem Test. Die auf Lasertechnik beruhende Technologie soll Blitzeinschläge gezielt von dem zu schützenden Sendeturm ablenken, wie die Uni Genf am Montag mitteilte.

Blitze sind faszinierende Naturphänomene, können allerdings hohe Schäden anrichten. Forschende testen nun eine neue Technologie auf dem Säntis, um Blitze abzulenken. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA)
Blitze sind faszinierende Naturphänomene, können allerdings hohe Schäden anrichten. Forschende testen nun eine neue Technologie auf dem Säntis, um Blitze abzulenken. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA)

Der beste Schutz gegen Blitzeinschläge beruht auf dem von Benjamin Franklin vor fast dreihundert Jahren erfundenen Blitzableiter - einem geerdeten Metallmast. Forschende aus ganz Europa möchten nun die Blitzableiter-Methode modernisieren: Mit Laserstrahlen, die die Luft ionisieren. Entlang der ionisierten Kanäle soll der Blitz gezielt von der zu schützenden Stelle abgelenkt werden.

Der Genfer Jean-Pierre Wolf, Professor für angewandte Physik, arbeitet seit mehr als zehn Jahren an der neuartigen Blitzableiter-Technologie. Nun machen die Forschenden im Rahmen des europäischen Projekts Laser Lightning Rod die Probe aufs Exempel auf dem Gipfel des Säntis während der Hauptgewittersaison von Juni bis Ende September.

Der Laserstrahl wird dabei auf die Spitze des 124 Meter hohen Turms auf dem Gipfel gerichtet, um die eintreffenden Blitze zu leiten. Tatsächlich zählt der Turm zu jenen Bauwerken in Europa, die am häufigsten von Blitzen getroffen werden.

Das acht Meter lange Laser-Pointing-System soll am 18. Mai per Helikopter auf den Gipfel geflogen werden. Sollte sich die Technologie als erfolgreich erweisen, stelle dies einen Durchbruch in der Blitzforschung dar, teilte die Uni Genf mit. Weltweit würden jedes Jahr zwischen 6000 bis 24000 Menschen durch Blitze getötet. Ausserdem verursacht die Naturgewalt jedes Jahr Schäden in Milliardenhöhe. Sie kann den Flugverkehr lahmlegen und Wälder in Flammen aufgehen lassen.

Am Projekt sind neben Genfer Forschenden auch die ETH Lausanne (EPFL), Westschweizer Hochschulen, die École Polytechnique in Paris sowie das Unternehmen Trumpf Scientific Lasers beteiligt. Das Telekomunternehmen Swisscom stellt überdies die für die Installation des Lasers notwendige Logistik und Infrastruktur zur Verfügung.

(sda)


Daten:

News Redaktion
10.05.21 14:52

Themen:

Schweiz

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