Erster Teil des 3D-Druck-Turms in Mulegns aufgestellt

Die Kulturstiftung Origen hat am Freitag einen temporären "Demonstrator" des geplanten gedruckten weissen Turms in Mulegns GR aufgestellt. Das Modell soll Forschungszwecken dienen und einen ersten Eindruck vermitteln. Der definitive Turm soll dereinst das höchste digital gedruckte Bauwerk der Welt werden.

Am Freitag zeigten die Verantwortlichen der ETH und der Nova Fundaziun Origen erstmals ein Modell eines Teils des künftigen
Am Freitag zeigten die Verantwortlichen der ETH und der Nova Fundaziun Origen erstmals ein Modell eines Teils des künftigen "Weissen Turms" in Mulegns. (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

30 Meter hoch soll der "Weisse Turm" in Mulegns einst werden. Komplett mit digitalen Drucktechnologien errichtet und genutzt als kultureller Veranstaltungsort und begehbare Kunstinstallation. Origen spannt dafür mit der ETH Zürich zusammen. Ursprünglich sollte im Mai 2022 mit dem Bau begonnen werden. Der Start verschob sich nun um ein Jahr. Bis dahin brauchen die Verantwortlichen noch eine Baubewilligung und Geld. 3,5 Millionen Franken soll das Bauwerk kosten.

Am Freitag präsentierten Vertreter von Origen und der ETH erstmals einen Teil des künftigen Turms als Modell in Originalgrösse. Beim "Demonstrator" handle es sich um einen Teil des dritten Stockwerkes, schrieb Origen in einer Mitteilung.

Das Modell vermittle nun einen ersten Eindruck "von der architektonischen Präsenz des Turmes" und diene Forschungszwecken. Der Weisse Turm soll technische Meilensteine setzen: Mittels der neuen Bauweise könne der Bedarf an Beton drastisch gesenkt werden. Die digitale Drucktechnologie erlaube ein schalungsfreies, modulares Bauen und eine direkte Anfertigung vor Ort. Diese Technologie werde das Bauen in der Welt nachhaltig prägen, sind sich die Verantwortlichen sicher.

Das "utopische Bauwerk, das von einer anderen Welt erzählt", wird das dritte grosse Vorhaben der Nova Fundaziun Origen in Mulegns. Die Stiftung versucht schon länger, den kulturhistorischen Bestand des an der Julierstrecke gelegenen Dorfes mit noch 16 Einwohnerinnen und Einwohnern zu retten.

In den letzten Jahren wurde bereits die Weisse Villa, ein Prachtsbau, der Mitte des 19. Jahrhunderts von dem aus Bordeaux heimgekehrten Zuckerbäcker Jean Jegher in Auftrag gegeben wurde, um ein paar Meter verschoben und danach saniert. Auch das historische Post Hotel Löwe ist renoviert worden.

Bundesrat Guy Parmelin spielte in einer Rede im Juni 2021 bei der Präsentation des Turm-Projektes auf die Geschichte der Bündner Zuckerbäcker an, die das Geschäft im Ausland dominiert hätten. In den Bergregionen seien neue Ideen, verbunden mit dem Weg ins Ausland, einfach notwendig gewesen. Er könne sich noch nicht wirklich vorstellen, wie der Turm komplett gedruckt werde, räumte Parmelin ein. Die geplante Konstruktion in 3D beinhalte aber grosse Chancen.

(sda)


Daten:

News Redaktion
05.08.22 11:30

Themen:

Schweiz

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