Die Mutter aller Spiele

Iran gegen die USA - für das Regime im Gottesstaat gibt es kein wichtigeres Spiel. Bereits vor dem Beginn der WM war die letzte Partie in der Gruppe B dick angestrichen als "Mutter aller Spiele".

Es geht um sportlich viel zwischen dem Iran und den USA am Dienstagabend (FOTO: KEYSTONE/AP/JEROME DELAY)
Es geht um sportlich viel zwischen dem Iran und den USA am Dienstagabend (FOTO: KEYSTONE/AP/JEROME DELAY)

Dass es bei Iran gegen die USA noch um den Einzug in die Achtelfinals geht und es wohl - neben dem Favoriten England - nur für einen reicht, verleiht dem Duell noch zusätzliche Brisanz.

Den Druck, dem sich die iranischen Fussballer ausgesetzt sehen, kann sich wohl kaum ein Aussenstehender vorstellen. Für die Machthaber wäre der erste Einzug in die Achtelfinals eines WM-Turnier ein Triumph, der sich weidlich für die Propaganda ausschlachten liesse. Gleichzeitig wünschen sich die Protestierenden in den Strassen Teherans und anderer Grossstädte ein Zeichen der Unterstützung durch die Fussballer. Als solches war der Verzicht auf das Mitsingen der Nationalhymne vor dem 2:6-Debakel gegen England interpretiert worden. Vor dem überraschenden 2:0 gegen Wales sangen sie mit, wenn auch ohne grosse Begeisterung.

Dem Iran reicht gegen die USA ein Unentschieden zum Weiterkommen, die Amerikaner brauchen nach den beiden Remis' gegen Wales und England einen Sieg. "Es ist ein sehr, sehr spezielles Spiel für uns", ist sich Irans portugiesischer Coach Carlos Queiroz bewusst. Sein amerikanischer Antipode Gregg Berhalter geht ebenfalls von einem hart umkämpften Spiel aus, gibt sich aber versöhnlich: "Es geht nicht um Politik oder die Beziehung zwischen unseren Ländern", betonte er.

Brisant wäre auch die "Battle of Britain" zwischen England und dem kleinen Nachbarn Wales. Allerdings ist die Ausgangslage nach den enttäuschenden Auftritten der Waliser sehr einseitig. Falls es bei Iran gegen USA einen Sieger gibt, braucht das Team von Gareth Bale einen Sieg mit mindestens vier Toren zum Weiterkommen, England kann sich sogar eine Niederlage mit drei Treffern Differenz leisten. Die Frage ist, wie sehr Englands Coach stark belasteten Spielern wie Dortmunds Jungstar Jude Bellingham eine Pause gönnt. Um viel Prestige geht es aber auf jeden Fall.

Wales - England

Dienstag, 20.00 Uhr. - Ahmad bin Ali Stadium, Al-Rayyan. - SR Vincic (SLO).

Wales: 12 Ward; 5 Mepham, 6 Rodon, 4 Ben Davies; 14 Roberts, 10 Ramsey, 15 Ampadu, 8 Wilson, 3 Neco Williams; 11 Bale, 13 Moore.

England: 1 Pickford; 2 Walker, 15 Dier, 6 Maguire, 3 Shaw; 4 Rice, 14 Phillips; 17 Saka, 20 Foden, 7 Grealish; 24 Wilson.

Bemerkungen: Wales ohne Hennessy (gesperrt). England ohne White (krank).

Iran - USA

Dienstag, 20.00 Uhr. - Al-Thumama Stadium, Doha. - SR Mateu Lahoz (ESP).

Iran: 24 Hossein Hosseini; 23 Rezaeian, 8 Pouraliganji, 19 Majid Hosseini, 5 Mohammadi; 21 Nourollahi, 6 Ezatolahi, 3 Hajsafi, 17 Gholizadeh; 20 Azmoun, 9 Taremi.

USA: 1 Turner; 2 Dest, 13 Ream, 3 Zimmerman, 5 Robinson; 4 Adams; 8 McKennie, 6 Musah; 21 Weah, 10 Pulisic; 19 Wright.

Bemerkung: Iran ohne Jahanbakhsh (gesperrt).

(sda)


Daten:

News Redaktion
29.11.22 06:03

Themen:

Sport

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