Die Amerikaner schleppten das 1:0 über die 100 Minuten

Mit einer in den ersten 60 Minuten überzeugenden Leistung beim 1:0 im entscheidenden Spiel gegen den Iran qualifizieren sich die Fussballer der USA wie zuletzt 2010 und 2014 für die WM-Achtelfinals.

Der Iraner Mehdi Taremi in der Zange von Sergino Dest (links) und Weston McKennie (FOTO: KEYSTONE/EPA/Ali Haider)
Der Iraner Mehdi Taremi in der Zange von Sergino Dest (links) und Weston McKennie (FOTO: KEYSTONE/EPA/Ali Haider)

In der ersten Halbzeit waren die US-Boys deutlich überlegen. Christian Pulisic erzielte nach 38 Minuten das 1:0. Er prallte in dieser Szene heftig mit Torhüter Alireza Beiranvand zusammen. Nach einer Pflege machte er weiter, aber nur noch bis zur Pause.

Die Iraner zeigten einen kultivierten Fussball, wie sie ihn in den vielen Jahren unter dem portugiesischen Trainer Carlos Queiroz gelernt haben. Aber in den individuellen Manövern waren die Amerikaner lange Zeit besser. US-Trainer Gregg Berhalter stärkte in der zweiten Halbzeit die Defensive - zulasten des Angriffs. So kamen die Iraner in der zweiten Halbzeit deutlich besser ins Spiel. Sie zogen in der letzten Viertelstunde sogar ein Powerplay auf. Der eingewechselte Saman Ghoddos nach 64 Minuten und Morteza Pouraliganji in der Nachspielzeit vergaben die beiden besten Torchancen der Iraner.

Nationalcoach Berhalter, ein früherer "Löwe" von 1860 München, gab schon mit seiner Startaufstellung ein Rätsel auf. Der Youngster Giovanni Reyna von Borussia Dortmund, neben Christian Pulisic der renommierteste und vielleicht auch beste Offensivspieler der USA, blieb auf der Bank, obwohl die Amerikaner den Match gewinnen mussten. In den ersten zwei WM-Spielen hatte Reyna nur acht Minuten gespielt, gegen den Iran erneut überhaupt nicht. Berhalter hatte von einer Verletzung gesprochen, der frühere amerikanische Bundesliga-Profi Eric Wynalda, ein Insider im US-Team, dementierte dies. Es müsse ein Zerwürfnis zwischen Berhalter und Reyna geben.

Bei diesem Match mit politischer Brisanz - das menschenverachtende Mullah-Regime gegen den Grossen Satan USA - war die Stimmung eher unterkühlt. Ganz anders als am 12. Juni 1998 in Lyon. Wenngleich sie damals schon längst unter der Knute der Scharia standen und offiziell alles Westliche verachten mussten, drückten die iranischen Spieler den US-Boys bunte Blumensträusse in die Hände. Danach liessen sie sich in einer grossen, durchmischten Gruppe ablichten. Die Bilder der vermeintlichen Versöhnung gingen um die Welt. Aber an der Politik der schiitischen Islamisten-Führer vermochten sie nicht das Geringste zu ändern. Die Iraner siegten damals 2:1. Beide Mannschaften schieden in den Gruppenspielen aus.

Iran - USA 0:1 (0:1)

Al Thumama Stadium, Doha. - 42'127 Zuschauer. - SR Lahoz (ESP). - Tor: 38. Pulisic 0:1.

Iran: Beiranwand; Rezaelan, Hosseini, Pouraliganji, Mohammadi (45. Karimi); Ezatolahi; Noorollahi (71. Torabi), Hajsafi (71. Jalali); Gholizadeh (78. Ansarifard), Azmoun (46. Ghoddos), Taremi.

USA: Turner; Dest (82. Zimmerman), Carter-Vickers, Ream, Robinson; Adams; McKennie (65. Acosta), Musah; Weah (82. Moore), Sargent (78. Wright), Pulisic (46. Aaronson).

Bemerkungen: Pulisic, Sargent und Mohammadi verletzt ausgeschieden. Verwarnungen: 43. Adams, 77. Hosseini, 96. Jalali.

(sda)


Daten:

News Redaktion
29.11.22 22:17

Themen:

Sport

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