Credit Suisse-Aktien schliessen leicht über 3 Franken

Die Aktien der angeschlagenen Grossbank Credit Suisse haben die Talfahrt zum Auftakt in die neue Woche fortgesetzt. Erstmals sind die Titel dabei unter die Marke von 3 Franken abgesackt. Am Ende gingen die Papiere jedoch leicht über dieser Schwelle aus dem Handel.

Die CS-Aktien rutschen erstmals unter 3 Franken (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER)
Die CS-Aktien rutschen erstmals unter 3 Franken (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER)

Rund die Hälfte der erneuten massiven Kursrückgänge ist damit zu erklären, dass die CS-Aktien erstmals ohne Bezugsrechte für neue Aktien aus der Kapitalerhöhung gehandelt werden. Das setzte den Kurs massiv unter Druck. Die Aktie verlor 9,3 Prozent auf 3,01 Franken. Im Tagesverlauf war der Kurs bei 2,97 Franken noch auf ein Allzeittief zurückgefallen.

Die bestehenden Credit Suisse-Aktionäre haben im Rahmen der am vergangenen Mittwoch beschlossenen Kapitalerhöhung für jede von ihnen gehaltene Aktie ein Bezugsrecht neue Aktien erhalten. Insgesamt sieben Bezugsrechte berechtigen gemäss den festgelegten Bedingungen zum Kauf von zwei neuen CS-Aktien zu einem Preis von 2,52 Franken.

Die Credit Suisse beschafft sich mit zwei Kapitalerhöhungen neue Mittel von insgesamt 4,0 Milliarden Franken. Mit der Ausgabe neuer Aktien an die bestehenden Aktionäre will sie rund 2,24 Milliarden Franken einnehmen. Bereits am Freitag waren die Aktien aus einer Kapitalerhöhung für "qualifizierte Aktionäre" an die Börse gelangt. Diese Erhöhung, an der unter anderem die neue Grossaktionärin Saudi National Bank teilgenommen hat, brachte weitere 1,76 Milliarden an frischem Kapital.

Die Credit Suisse-Aktien befinden sich allerdings seit dem vergangenen Mittwoch in einem anhaltenden Abwärtstrend. Damals hatte die CS im Vorfeld ihrer ausserordentlichen Generalversammlung einen weiteren Milliardenverlust für das vierte Quartal sowie hohe Abflüsse von Kundengeldern angekündigt.

Vor allem die massiven Abflüsse von Kundenvermögen im "Wealth Management"-Geschäft von etwa 10 Prozent sind von Beobachtern mit grosser Beunruhigung aufgenommen worden, da damit der Grossbank ihre Ertragsbasis wegschmilzt. Gemäss Medienberichten können derzeit vor allem die UBS und die US-Bank Morgan Stanley im asiatischen Raum von Kundenabgängen der CS profitieren.

Die Credit Suisse ist seit den Debakeln um den milliardenteuren Zusammenbruch des Hedgefonds Archegos und die Liquidierung der Greensill-Fonds im vergangenen Jahr schwer angeschlagen. Nach einem massiven Jahresverlust 2021 erwartet sie auch für das laufende Jahr tiefrote Zahlen. Neben einer Kapitalaufstockung hat sie auch einen tiefgreifenden Umbau angekündigt.

(sda)


Daten:

News Redaktion
28.11.22 10:50

Themen:

Wirtschaft

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