Massnahmen-Kritiker verschaffen in Bern ihrem Unmut Luft

Der grosse Aufmarsch der Corona-Massnahmen-Gegner ist am Sonntag in Bern ausgeblieben. Nach dem klaren Ja zum Covid-19-Gesetz versammelten sich am Nachmittag bloss einige Dutzend Personen auf dem Bundesplatz.

Massnahmen-Kritiker vor dem Bundeshaus. (FOTO: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)
Massnahmen-Kritiker vor dem Bundeshaus. (FOTO: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Im Schneegestöber schwenkten sie Schweizerfahnen und skandierten Liberté! (Freiheit). Die Kantonspolizei Bern hielt sich zurück.

Man beobachte die Lage, sagte Polizeisprecher Christoph Gnägi auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Ein Mann sei angehalten und auf einen Polizeiposten gebracht worden. Weitere Abklärungen seien im Gang.

Etwa 50 Menschen marschierten am späten Nachmittag durch die Innenstadt. Die Polizei begleitete den Umzug. In der Nähe eines Weihnachtsmarkts wurden Feuerwerkskörper gezündet, wie die Polizei im Kurznachrichtendienst Twitter meldete. Ihr Einsatz war am frühen Abend noch im Gang.

Am Rand des Umzugs kam es vereinzelt zu gehässigen Konfrontationen zwischen Demonstrierenden und Dritten. Die meisten Passanten schauten dem Treiben aber gelassen zu.

Gegner der Corona-Massnahmen hatten im Internet zu einer Kundgebung in Bern am Abstimmungssonntag aufgerufen. Die grösseren Protest-Organisationen hatten den Aufruf allerdings nicht verbreitet.

Trotzdem waren die Behörden laut Bundeskanzlei von einem sehr grossen Mobilisierungspotenzial ausgegangen. Bereits am Sonntagvormittag war deshalb der Gitterzaun am Bundesplatz montiert worden.

Laut dem Politologen Claude Longchamp wurde das Bundeshaus erstmals überhaupt wegen einer eidgenössischen Abstimmung abgeriegelt. Das sei ein bedenklicher Tiefpunkt, schrieb Longchamp im Kurznachrichtendienst Twitter - auf den Tag 173 Jahre nachdem Bern Bundesstaat wurde.

(sda)


Daten:

News Redaktion
28.11.21 10:49

Themen:

Schweiz

Teilen:

Das könnte Dich auch interessieren

Schwyzer Beratungsstelle hilft Urnerinnen und Urner bei Rassismus

Schwyzer Beratungsstelle hilft Urnerinnen und Urner bei Rassismus

Ajoie mit Negativ-Rekord, SCB bremst Absturz

Ajoie mit Negativ-Rekord, SCB bremst Absturz