Bericht: Regelmässige Lockdown-Partys in Johnsons Regierungssitz

Neue Vorwürfe wegen des Bruchs von Corona-Regeln in seinem Regierungssitz setzen den britischen Premier Boris Johnson in der "Partygate"-Affäre noch stärker unter Druck. In der Downing Street hat es einem Medienbericht zufolge während der Pandemie nicht nur vereinzelte, sondern regelmässige Zusammenkünfte gegeben, bei denen Alkohol getrunken worden sei. Das schreibt der in der Angelegenheit in der Regel gut informierte "Mirror" am Samstag.

dpatopbilder - Kater Larry, «Oberster Mäusejäger des britischen Kabinetts», geht durch die Downing Street. Foto: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Kirsty Wigglesworth)
dpatopbilder - Kater Larry, «Oberster Mäusejäger des britischen Kabinetts», geht durch die Downing Street. Foto: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Kirsty Wigglesworth)

Johnsons Mitarbeiter hätten sich jeden Freitag zu Wine-time Fridays getroffen, der Premier habe sie ermutigt, Dampf abzulassen - auch wenn Treffen in Innenräumen gemäss den Lockdown-Regeln streng verboten gewesen waren. Der Regierungschef habe mehrmals selbst bei diesen Zusammenkünften vorbeigeschaut. Die Mitarbeiter hätten für die regelmässigen Treffen eigens einen Bürokühlschrank angeschafft, um ihre Flaschen Weisswein, Prosecco und Bier kühl zu halten.

Freitägliche Treffen sind nach Mirror-Angaben seit langem eine Downing-Street-Tradition gewesen, auch unter früheren britischen Regierungen. Die Zusammenkünfte wurden demnach aber auch fortgesetzt, nachdem Corona-Beschränkungen erlassen worden waren.

Johnson steht in der Partygate-Affäre seit längerem massiv unter Druck, mehrere Abgeordnete seiner Tory-Partei haben bereits seinen Rücktritt gefordert. Er selbst will sich politisch mit einem umfassenden Neustart aus der Bredouille befreien. Zu den Lockdown-Partys in seinem Regierungssitz laufen derzeit interne Untersuchungen, deren Ergebnisse der Premier abwarten will.

Zuletzt wurde berichtet, dass es am Vorabend der Beerdigung von Queen-Gemahl Prinz Philip im April 2021 Feiern im Regierungssitz gegeben habe. Damals galten strenge Kontakt- und Abstandsregeln. Queen Elizabeth II. musste deshalb ganz alleine in der Kapelle ihrer Residenz Windsor sitzen, als ihr Mann bestattet wurde. Die Downing Street entschuldigte sich dafür. Es ist zutiefst bedauerlich, dass dies zur Zeit nationaler Trauer stattgefunden hat, hatte ein Johnson-Sprecher erklärt.

(sda)


Daten:

News Redaktion
15.01.22 11:11

Themen:

International

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