Belgien ist nicht wiederzuerkennen

Das in die Jahre gekommene belgische Nationalteam ist bei der WM in Katar kaum wiederzuerkennen. Die Mannschaft läuft Gefahr, erstmals seit 1998 die K.o.-Runde zu verpassen.

Roberto Martinez kann nach den ersten beiden WM-Auftritten seiner Belgier nicht entspannt sein (FOTO: KEYSTONE/AP/Geert Vanden Wijngaert)
Roberto Martinez kann nach den ersten beiden WM-Auftritten seiner Belgier nicht entspannt sein (FOTO: KEYSTONE/AP/Geert Vanden Wijngaert)

Die "Roten Teufel" kassierten gegen Aussenseiter Marokko eine historische Schmach. Das verdiente 0:2 war die erste WM-Vorrunden-Niederlage seit 28 Jahren. "Das ist schwer zu akzeptieren. So ein Auftreten bin ich von meinem Team nicht gewohnt. Die letzten Jahre waren wir wesentlich selbstbewusster", gestand Belgiens Nationalcoach Roberto Martínez. Wie schon beim mageren 1:0 zum Auftakt gegen Kanada konnte sich der Teamchef nicht auf seine "Altstars" verlassen. Die vermeintlichen Leistungsträger Kevin de Bruyne, Eden Hazard und Goalie Thibaut Courtois zeigten abermals schwache Leistungen.

Die in der Vergangenheit mit Offensivpower und Spielfreude von ihrem Team verwöhnten belgischen Anhänger müssen sich in diesem Jahr an ein ganz anderes Gesicht der Mannschaft gewöhnen. Das Spiel Belgiens in Katar ist geprägt von Einzelaktionen, umständlichen Angriffen und schweren individuellen Fehlern. "Das hat etwas mit Mentalität zu tun", haderte Martínez. "Es sah so aus, als hätten wir Angst zu verlieren. Das kenne ich so nicht."

Durch den schmeichelhaften Auftaktsieg haben es die Belgier immerhin noch in der eigenen Hand, das erste Vorrunden-Aus seit 24 Jahren zu verhindern. "Wir sind in einer Situation, in der wir nichts mehr zu verlieren haben. Wir müssen einfach gegen Kroatien gewinnen", sagte Martinez. Zweifel an einem Sieg gegen den WM-Zweiten sind nach den bisherigen Leistungen aber angebracht.

2018 hatten die Belgier nach zwei Spielen bereits acht Treffer erzielt, diesmal erst einen. Ein Vergleich, der die aktuelle Verfassung des Teams gut beschreibt. Die wenigen Spieler, die nach dem Spiel nicht stumm das Stadion verliessen, reagierten mit Trotz. "Aber wir haben immer noch eine Mannschaft, in der viele Spieler den Unterschied ausmachen können", sagte Timothy Castagne.

De Bruyne etwa ist sichtlich genervt von den Unzulänglichkeiten einiger Mitspieler und will zu oft mit dem Kopf durch die Wand. Captain Eden Hazard, der bei Real Madrid nur noch sporadisch zum Einsatz kommt, scheint mehr mit sich selber beschäftigt zu sein, und für Stürmerstar Romelu Lukaku reichte es nach langer Verletzungspause gegen Marokko erst einmal nur zu einem Kurzeinsatz.

(sda)


Daten:

News Redaktion
28.11.22 10:50

Themen:

Sport

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