Aussergewöhnliche Häufung von Erdbeben im Wallis

Im Wallis kommt die Erde noch nicht zur Ruhe. Laut dem Schweizer Erdbebendienst (SED) ist es am Mittwochmorgen in Zermatt und südöstlich von Sanetschpass erneut zu zwei leichten Erdbeben gekommen. So viele Beben wie aktuell gibt es in der Schweiz nur selten.

Aussergewöhnliche Häufung von Erdbeben im Wallis (Foto: KEYSTONE / LAURENT DARBELLAY)
Aussergewöhnliche Häufung von Erdbeben im Wallis (Foto: KEYSTONE / LAURENT DARBELLAY)

Am Mittwochmorgen bebte die Erde um 05.02 Uhr in Zermatt mit einer Stärke von 2,9 auf der Richterskala, wie der automatische Erdbebenalarm der ETH Zürich meldete. Rund zwei Stunden später um 07.18 Uhr wurde ungefähr sieben Kilometer südlich vom Sanetschpass ein weiteres Beben mit einer Magnitude von 1,9 auf der Richterskala registriert.

Seit der Nacht auf Dienstag sei bei Savièse (VS) nördlich von Sitten ein "aussergewöhnlich aktiver Erdbebenschwarm" aktiv, schreibt der SED auf seiner Webseite. Bis am Mittwochmorgen seien über 100 Beben aufgezeichnet worden.

Zwölf von ihnen seien mit einer Magnitude von 2,5 oder mehr von der Bevölkerung in der Region von Sitten bis nach Siders verspürt worden. Die vier stärksten Beben hätten Stärken zwischen 3.0 und 3.3 erreicht und seien vereinzelt bis ins Berner Oberland wahrgenommen worden. Mehrere hundert Personen hätten beim SED entsprechende Beobachtungen gemeldet. Schäden gab es bislang keine.

Doch die Häufung bezeichnet der SED als "eher ungewöhnlich". Nur selten ereigneten sich so viele spürbare Beben in einer Region über eine so kurze Zeitspanne. Eine Prognose über den weiteren Verlauf lasse sich daraus aber nicht ableiten.

Normalerweise klinge die Aktivität nach einigen Tagen - im schlimmsten Fall Wochen - wieder ab. Trotzdem existiert gemäss SED eine fünf- bis zehnprozentige Chance, dass es in den nächsten Tagen auch zu deutlich stärkeren Erdbeben kommt.

(sda)


Daten:

Roman Spirig
06.11.19 09:51

Themen:

Schweiz

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