Angst vor leerstehenden Wohnungen führte zu Weichle-Nein in Ebikon

Das Projekt einer Überbauung des ehemaligen Migros-Areals in Ebikon ist an der Urne gemäss einer Umfrage vor allem an seiner Grösse gescheitert. Zudem befürchteten die Gegner der Vorlage eine Zunahme leerstehender Wohnungen.

Ein Blick über Ebikon mit der Schindler im Vordergrund (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Ein Blick über Ebikon mit der Schindler im Vordergrund (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Die Stimmberechtigten hatten die Teilzonenplanänderung und den Bebauungsplan Weichle am 10. Februar 2019 mit 58,7 Prozent abgelehnt. Sie sagten damit auch Nein zu einem 55 Meter hohen Hochhaus. Die Gründe für das Nein suchte der Gemeinderat in der Folge in einer Bevölkerungsbefragung, deren Resultate er am Donnerstag präsentierte.

Die Mehrheit der Befragten war demnach der Ansicht, dass Ebikon kein weiteres Grossprojekt brauche. Es seien zu viele neue Wohnungen im Konzept gewesen, in der Gemeinde Ebikon werde bereits zu viel gebaut und die Verdichtung sei zu gross gewesen, waren die Aussagen, die am meisten Zustimmung erhielten. 71 Prozent störten sich an der Höhe des geplanten Hochhauses. Zudem zweifelte man daran, mit der geplanten Überbauung attraktive Steuerzahler anziehen zu können.

Am deutlichsten lehnten die Frauen die Vorlage ab. Kritisch waren auch die Altersgruppen der 40- bis 49-Jährigen sowie der Generation mit Jahrgang 1959 und älter. Die grösste Unterstützung erhielt das Projekt aus den Reihen der SP, GLP und FDP. Die Kommunikation der Gemeinde zur Abstimmungsvorlage wird gesamthaft betrachtet mehrheitlich positiv bewertet.

Gemäss der Umfrage legt die Ebikoner Stimmbevölkerung viel Wert auf die Erhaltung von Gewerbeflächen und wünscht keine weitere Einzonung von Grünflächen. Über die Hälfte der Befragten zeigte sich zudem nicht zufrieden damit, wie sich die Situation bei der "Mall of Switzerland" präsentiert.

Auch zum politischen System in der Gemeinde wurde die öffentliche Meinung erfragt. Ein überparteiliches Komitee sammelt gegenwärtig Unterschriften für die Einführung eines Einwohnerrats, die Bevölkerung wird dereinst voraussichtlich zum wiederholten Male darüber abstimmen können.

Laut der Umfrage gehen die Meinungen allerdings weit auseinander: Während die jüngeren Generationen am heutigen Kommissionenmodell festhalten wollen, wünschen sich die über 60-Jährigen einen Einwohnerrat. Gleiches gilt bei der Frage zum Geschäftsführer-Modell. Auch hier wollen die bis 40-Jährigen am derzeitigen Modell festhalten, während die ältere Generation einen Gemeinderat im Hauptamt wünscht.

Zur Befragung eingeladen wurden die 8867 Stimmberechtigten in Ebikon. Der Rücklauf betrug 13 Prozent oder 1150 Antworten. Die Befragungsergebnisse werden mit Fachexperten vertieft, um die langfristige Ortsplanung im Sinne der Ebikoner Bevölkerung zu justieren.

(sda)


Daten:

Roman Spirig
22.08.19 12:10

Themen:

Regional

Teilen:

Das könnte Dich auch interessieren

Happy Maxi! Zürcher Elefantenbulle Maxi wird 50

Happy Maxi! Zürcher Elefantenbulle Maxi wird 50

Biel - Rapperswil-Jona Lakers: Melvin Nyffelers zweiter Shutout

Biel - Rapperswil-Jona Lakers: Melvin Nyffelers zweiter Shutout